Sensorische Integrationsförderung

Sensorische Integration ist ein neurologischer Wahrnehmungsprozess. Dabei werden alle Reize wie Gleichgewichtsveränderungen, Geräusche, Gerüche, Schmecken, Sehen, Berühren und Berührt werden über die verschiedenen Sinnessysteme aufgenommen, im Nervensystem gefiltert und zu den für uns wichtigen Informationen verarbeitet, damit angemessene Reaktionen darauf folgen können.

Bei einer guten sensorischen Integration können wir uns entsprechend im Alltag aktiv bewegen, verhalten und orientieren.

Ist dieser Wahrnehmungsprozess in einem Bereich (Aufnahme, Weiterleitung, Filterung) gestört, kann dies zu Schwierigkeiten führen:

Ergotherapie für Kinder

Mögliche Diagnosestellungen im Säuglingsalter:

  • Einschlafprobleme
  • gestörter Schlafrhythmus
  • Trinkprobleme
  • Schwierigkeiten bei der Nahrungsumstellung (neue Konsistenzen schwierig)
  • Unruhe
  • Schreien
  • auffällig geringe Bewegungsaktivität bis hin zu motorischen Entwicklungsstörungen
  • irritiertes Verhalten und Schreien bei Berührungen (Baden, Eincremen, Windeln)
  • Regulierungsstörungen

Mögliche Diagnosestellungen im Kleinkind-/Schulkindalter:

  • taktile Abwehr (z.B. Ablehnung von Berührungsreize, mögen es nicht gewaschen oder gekämmt zu werden; Vermeidung verschiedenen Materialien wie Sand, Knete, bestimmte Kleidung)
  • vermindertes Körperbewusstsein (z.B. geringes Schmerzempfinden, häufiges Anrempeln von Gegenständen oder Menschen, bewusstes Hinfallen auf den Boden). Diese Kinder wirken oft tollpatschig oder ungeschickt.
  • vermeiden von Gleichgewichtsreizen (z.B. Schaukeln, Autofahren) oder Unsicherheiten bei Gleichgewichtsanforderungen (z.B. Balancieren, Hüpfen); oft Höhenangst
  • herabgesetzte oder erhöhte Körperspannung – Haltungsprobleme, Zehenspitzengang, Defizite in der Handlungsplanung und -Durchführung
  • unangemessene Kraftdosierung; berühren andere zu fest oder zu schwach
  • Störung der Fein- und Graphomotorik; unleserliches Schriftbild, Schwierigkeiten Zeilen einzuhalten
  • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörung, erhöhte Ablenkbarkeit
  • vermehrte motorische Unruhe
  • Störung der Händigkeitsentwicklung
  • Kontaktstörung, Verhaltensprobleme, soziale Interaktionsstörungen
  • vermehrte Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen, visuellen Reizen oder Gerüchen bzw. verminderte Verarbeitung dieser Sinnesleistungen (Kinder „hören“ nicht, extreme Geschmacksreize notwendig, riechen häufig an Personen oder Gegenständen)
  • häufiges Herumkauen an verschiedenen Gegenständen und den Sachen

Beginn der Therapie:

Zu Beginn der Therapie erfolgt eine Fähigkeits- und Fertigkeitsanalyse der verschiedenen Wahrnehmungsbereiche. Dies erfolgt durch gezielte Beobachtungen, Bewegungsangebote sowie Fragebögen an das betreuende Umfeld.

Aufgrund dieser Fähigkeitsanalyse erfolgt eine individuelle Therapiegestaltung entsprechend der Kompetenzen und Defizite in den befundeten Wahrnehmungsbereichen (Gleichgewichtsanpassung – vestibulär, Körperspannung und Eigenwahrnehmung – proprioceptiv, Hautempfindungen – taktil, Seh- und Hörverarbeitung – visuell und auditiv).

Um die Therapie möglichst effektiv zu gestalten, werden die Eltern zu häuslichen Übungen angeleitet.

Ziel der Therapie:

Die Therapieangebote sollen eine gezielte motorische Aktivität des Kindes fördern.

Weiterhin sollen die Wahrnehmungsangebote das Interesse der Kinder wecken, die Kognition fördern und eine aktive zielgerichtete Handlung als Ergebnis haben.

Durch die Verbesserung sensomotorische Fertigkeiten soll die Freude an der Bewegung und eine verbesserte Teilhabe im sozialen Umfeld ermöglicht werden.